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B253: CDU gegen Ampel und für Kreisverkehr

B253: CDU gegen Ampel und für Kreisverkehr

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Offener Brief von Gemeindevertretung einstimmig beschlossen

 

An der Einfahrt der B253 nach Eibelshausen ist es in der Vergangenheit zu schweren Unfällen gekommen. Man ist sich daher einig, dass diese Gefahrenstelle entschärft werden sollte. Nachdem bei einer Verkehrszählung an einem Dienstagnachmittag von 14 bis 18 Uhr rund 5.800 vorbeifahrende Fahrzeuge gezählt wurden, ist für die Eschenburger CDU klar, dass sich ein Kreisverkehr lohnen würde. Die Gemeindevertretung Eschenburg hat daraufhin einstimmig einen offenen Brief beschlossen, in dem die Argumente für einen Kreisverkehr dargelegt werden. Da Bürgermeister Konrad den Bau einer Ampel befürwortet haben soll, sah sich die CDU-Fraktion außerdem zu einem Brief an den Bürgermeister veranlasst. 

 

 

Offener Brief:

An: 

-          den Hessischen Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Tarek Al-Wazir

-          den Landrat des Lahn-Dill-Kreises, Wolfgang Schuster 

-          den Präsidenten von Hessen Mobil, Prof. Gerd Riegelhuth

-          den Amtsleiter von Hessen Mobil am Standort Dillenburg

 

Offener Brief der Gemeindevertretung zur Verkehrsführung an der B253

 

Sehr geehrter Herr Minister Al-Wazir, 

sehr geehrter Herr Landrat Schuster, 

sehr geehrter Herr Prof. Riegelhuth, 

sehr geehrter Herr Reichwein, 

 

die geplante Verkehrsführung der B253 an der Einfahrt nach Eibelshausen L3043 hat uns in den vergangenen Wochen vielfach beschäftigt. Nachdem bekannt wurde, dass an dieser Stelle eine Ampelanlage geplant wird, sind von verschiedenen Seiten gewichtige Bedenken gegen eine solche Lösung vorgebracht worden. Die Gemeindevertretung Eschenburg hat bereits mit dem einstimmigen Beschluss vom 13.02.2020, die Errichtung eines Kreisverkehrs zu prüfen, ihren Willen bekundet. Uns ist daran gelegen, die Sicherheit im Straßenverkehr an dieser gefährlichen Stelle zu gewährleisten. Gleichzeitig möchten wir auf eine Verkehrslösung hinwirken, die einen möglichst ungehinderten Verkehrsfluss ermöglicht und Staus vermeidet. Daher halten wir eine Ampelanlage an dieser Stelle für falsch. 

Eine Ampel auf „freier Strecke“ führt unweigerlich dazu, dass Fahrzeuge, die aus Richtung Frankenberg kommen und in Richtung Dillenburg fahren, regelmäßig anhalten müssen. Welche Belastungen Ampeln an stark befahrenen Strecken zur Folge haben, zeigen die beiden Ampeln auf der B253 in den Nachbarorten Eschenburg-Wissenbach und Dillenburg-Frohnhausen. Hier entstehen täglich über viele Stunden teils fünf Kilometer lange Staus.

Bedingt durch die vorangehende Kurve ist die betreffende Stelle nur schwer einsehbar, weshalb eine Ampel vermehrt zu Auffahrunfällen führen wird. Ein Kreisverkehr hingegen ist bereits von weitem erkennbar und bringt es mit sich, dass der Verkehr regelmäßig im Fluss bleibt.

Bei einer von engagierten Bürgerinnen und Bürgern durchgeführten Verkehrszählung wurde festgestellt, dass an einem „normalen“ Dienstagnachmittag von 14 Uhr bis 18 Uhr rund 5.800 Fahrzeuge an der betroffenen Stelle vorbeifuhren. Diese hohe Auslastung rechtfertigt aus unserer Sicht einen Kreisverkehr. 

In unserer Region wohnen viele Menschen, die aus beruflichen Gründen „pendeln“ und die B253 daher täglich befahren. Für sie würde eine Ampelanlage, an der sie oftmals anhalten müssten, eine zusätzliche Belastung darstellen. Es ist der Förderung des ländlichen Raumes nicht zuträglich, mit einer Ampel nun eine weitere Hürde für Pendler auf ihrem Weg zum Arbeitsplatz zu schaffen. 

Nicht zuletzt sollten zusätzliche Umweltbelastungen, die von einer Ampelanlage ausgingen, vermieden werden. Durch das häufigere Anfahren an der Ampel nach einer Rotphase werden Stickoxide, CO2 und Feinstaub freigesetzt. Da die betroffene Stelle von Fahrzeugen stark frequentiert wird und die Verkehrslösung auf viele Jahrzehnte angelegt sein soll, liegt hierin ein weiteres beachtenswertes Argument für einen Kreisverkehr. Daneben geht mit einer Ampel, im Gegensatz zur Kreisel-Lösung, ein kontinuierlicher Stromverbrauch einher. Mit einem Kreisverkehr schonen Sie also nicht nur die Umwelt, sondern auch den Staatshaushalt. 

Freilich sind wir dran interessiert, möglichst schnell sichere Verhältnisse im Straßenverkehr zu schaffen. Mit einer Ampel mag ein kürzerer Planungszeitraum als mit einem Kreisverkehr verbunden sein. Doch ließen sich während der Planungszeit eines Kreisverkehrs durch Übergangslösungen sichere Verkehrsverhältnisse gewährleisten. Die SPD-Fraktion schlug am 13.02.2020 beispielsweise vor, die Geschwindigkeit in beide Richtungen auf maximal 60 km/h herabzusenken und die Einhaltung durch Geschwindigkeitsmessungen zu überprüfen. 

Angesichts der zahlreichen guten Argumente, der eindeutigen Haltung der gemeindlichen Gremien sowie der ebenfalls eindeutigen Rückmeldungen aus der Bevölkerung, die beispielsweise in Form von Leserbriefen und einer beginnenden Unterschriftenaktion dokumentiert sind, bitten wir Sie, die Entscheidung für eine Ampelanlage zu überdenken. Als Anregung legen wir diesem Schreiben den Entwurf eines ehemaligen Mitarbeiters des Straßenbauamts bei. Er wurde in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 26.08.2020 vorgestellt, diskutiert und für gut befunden. 

 

Mit besten Grüßen, 

 

 

Gemeindevertretung der Gemeinde Eschenburg, 

vertreten durch Hans-Otto Hermann, Vorsitzender der Gemeindevertretung

 

© CDU Eschenburg 2020