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Stellungnahme zum Thema EAM-Beteiligung in Eschenburg

Stellungnahme zum Thema EAM-Beteiligung in Eschenburg

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"In einem Leserbrief in der DZ habe ich meine Grundeinstellung dargelegt. Daran hat sich bis jetzt nichts geändert. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass sich die Gemeinde auf ihre ureigensten Aufgaben konzentrieren sollte; und davon gibt es nun wirklich genug. Dazu gehört sicher nicht das industrielle Engagement oder die Beteiligung an Industrieunternehmen.

Die Verwaltung der Gemeinde, hat nun wirklich nicht das Know-how, um im knallharten Business mitzumischen. Niemand dort kann das verkaufsmäßig aufgemachte Angebot mit all seinen Fassetten und  Fallen interpretieren. Es ist halt nicht mit der Parole, es ist ja doch nur eine Unterschrift, getan, auch wenn diese noch so laut vorgetragen wird.

Ergänzend zu meiner grundsätzlichen Meinung zur gewerblichen Tätigkeit der Gemeinde kommt die wirtschaftliche Betrachtung des Angebotes. Wir haben zwar hundert und mehr Seiten von Papier über die verwinkelten Verträge erhalten. Um die Zusammenhänge zu verstehen, braucht es sicher eine Menge Zeit. Darüber hinaus reichen die Infos nicht aus, um die wirtschaftlichen Chancen und Risiken zu beurteilen. So fehlt z.B. ein konsolidierter Abschluss der ganzen EAM-Gruppe, aus dem auch die Geschäftstätigkeit der Tochterfirmen ablesbar ist. Es gibt keinerlei Infos über das größte Anlageprodukt – das Leitungsnetz. Es wird nichts gesagt über den technischen Zustand und deren Leistungsfähigkeit. Müssen wir nach der abgeschlossen Akquirierungsphase auch bei der EAM mit größeren Investitionen in das Leitungsnetz rechnen wie bei anderen Netzbetreibern? Und so gibt es noch eine Menge anderer Fragen.

Ein weiterer wesentlicher Punkt für meine Meinung ist die prognostizierte Amortisationszeit des Investments. Von 25 Jahren ist die Rede, also eine ganze Generation. Zu lange für eine wirtschaftlich fundierte Entscheidung. Nicht ohne Grund verkauft die e.ON gerade diesen Geschäftsteil. Sie erwarteten im Netzgeschäft eine schlechte bis „0“-Rendite. Und genau hier soll die Gemeinde einsteigen? Auch die euphorische Darstellung von Herrn Pulfrich, Stadt Dillenburg ändert daran nichts.

Wie sich hier Erträge für die jüngste Zukunft darstellen lassen, ist mir schleierhaft. Und was sich tut, wenn man zu blauäugig Business betreibt, zeigt die Enttäuschung bei den Windrädern um die Gemeinde herum.

Die EAM-Beteiligung hat auch nichts mit sozialen Aufgaben der Gemeinde zu tun, die bedingt auch gegen wirtschaftliche Überlegungen zu treffen sind. Die Risiken im EAM-Diel sind m.E. nicht zu überschauen und die Chancen bescheiden. Auch deshalb bleibe ich beim Nein."

Gerd Müller
Beisitzer der CDU Eschenburg und
Kandidat für die Gemeindevertretung
(Kommunalwahl am 6. März 2016)

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